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01. Juni 2009

Ehning siegt im Großen Preis

„Ich habe ganz schön gezittert“, schmunzelte Marcus Ehning nach dem Großen Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden, Wertungsprüfung zur Riders Tour. Zehn Athleten starteten in die Siegerrunde, der mit 100.000 Euro dotierten Herausforderung – der 35-jährige Borkener und sein wunderschöner Hengst, der Hannoveraner Vulkano FRH, flogen in feinster Manier über die Hindernisse. 46,06 Sekunden standen auf der Anzeigentafel. Aber Top-Amazone Meredith Michaels-Beerbaum und ihr wieselflinker Checkmate sollten noch folgen. Sie gaben Gas, kamen aber erst nach 47,57 Sekunden ins Ziel. „Meredith über eine Sekunde abzunehmen – das habe ich auch noch nicht so oft geschafft“, lachte der Gewinner von 30.000 Euro. Und seine Konkurrentin lobte: „Marcus hat heute einen perfekten Ritt gezeigt!“ Die beiden Erstplatzierten haben an Wiesbaden übrigens nur beste Erinnerungen: Im vergangenen Jahr fanden sie sich mit denselben Pferde ebenfalls auf den Rängen eins und zwei ein, allerdings in umgekehrter Reihenfolge! Dritte wurde Julia Kayser aus Österreich mit Pherna, die begeistert gestand: „In Wiesbaden war es einfach super für mich. Gestern habe ich den vierten Platz im Schlosspark Preis belegt und war beste Amazone. Und wenn ich nun die Chance bekomme, bei den nächsten Riders Tour-Etappen zu starten, wäre ich sehr glücklich.“

Die zweite Etappe der Riders Tour erhielt vom Verantwortlichen der renommierten Serie, Klaus Roeser, viel Anerkennung: „Man kann die Organisatoren nur beglückwünschen. Volles Haus, beste Bedingungen, herausragender Sport: Toll!“ Noch mehr Parcours-Heroen gab es vor dem Großen Preis zu bewundern: Im 20.000 Euro dotierten Wiesbaden Speed, präsentiert von Taunus Auto, hatte der gebürtige Wiesbadener Daniel Deußer mit Vonka A die Zeit am besten im Blick und flog zu Platz eins. Das Finale der Bioranch Youngster Tour entschied die US-Amerikanerin Georgina Bloomberg mit Radio City für sich (0/39,60Sekunden). Marcus Ehning folgte mit Jewel’s Carat.



Schöner kann Dressur nicht sein! Der Grand Prix Special ist die anspruchsvollste Aufgabe, der sich die Reiter in Frack und Zylinder stellen können und war im Schlosspark von Wiesbaden am Montag das Highlight im Viereck. Der Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden, Qualifikation zum Finale von Meggle Champions, war mit 20.000 Euro dotiert – Deutschlands Beste, Isabell Werth postierte sich mit ihrem Warum nicht FRH v. Weltmeyer auf dem ersten Platz. 76,708 Prozent kassierte die 39-Jährige für die tolle, nahezu fehlerfreie Vorstellung. Schon bei der Schlussaufstellung hatte die Ausnahmeathletin ein Strahlen im Gesicht, schließlich hatte ihr mächtiger Hannoveraner im Grand Prix noch etwas mit der Atmosphäre gehadert. „Was er da genau hatte, kann ich nicht sagen, auf dem Abreiteplatz war Hannes noch sehr konzentriert“, analysierte die Expertin. „Aber manchmal sieht er die Flöhe springen und umso glücklicher bin ich, dass er heute wieder so super mitgemacht hat.“

Matthias Alexander Rath aus Kronberg und der 14-jährige Sterntaler Unicef platzierten sich mit 74,417 Prozent auf dem zweiten Rang. Nach dem Sieg im Grand Prix war der drahtige Braune im Special etwas übermotiviert. „Er wollte schon beim Einreiten einmal umdrehen“, so der BWL-Student, „aber es gibt mir ein sicheres Gefühl, auch durch eine Prüfung mit etwas schwierigeren Bedingungen gut durchzukommen.“ Mit 74,042 Prozent und dem dritten Platz beendeten Monica Theodorescu und der elfjährige Wallach Whisper den Dressur-Genuss. „Aufgrund des Weltcup-Finals bin ich den ganzen Winter über nur Grand Prix und Kür geritten und freue mich jetzt, wieder im Special zu starten“, lachte die 46-Jährige. „Nach der Grußaufstellung ist Whisper einmal kurz angaloppiert, aber ansonsten hat er sich hier so gut gezeigt wie selten zuvor.“

Höhepunkt des Sonntagabends war die Grand Prix Kür unter Flutlicht, der Preis des Gestüts Tannenhof und ClipMyHorse.de. Wie schon im Grand Prix zeigte die Britin Emma Hindle mit ihrem gekörten Hengst Lancet v. Wenzel I eine beeindruckende Darbietung und tanzte zum Sieg (73,950 Prozent). Die musikalische Untermalung der Kür betonte die Ausdrucksstärke des Vererbers und Emma Hindle verkündete glücklich: „Ich war schon als Pflegerin in Wiesbaden. Überhaupt hier starten zu dürfen, ist für mich eine Ehre.“ Nathalie zu Sayn-Wittgenstein (DEN) und Rigoletto, 13-jähriger Wallach v. Rubinstein, schlossen die Aufgabe mit dem zweiten Platz ab (72,350 Prozent). „Wir haben Rigoletto selbst gezogen und dann mit ihm so erfolgreich zu sein, ist ein tolles Gefühl.“ Jochen Kettner, Turnierleiter Dressur, war von seiner Disziplin begeistert: „Wir haben an allen Tagen tolle Sieger und Platzierte gehabt und schönen Sport gesehen. Der ganze Ablauf war glatt und unkompliziert und diese Atmosphäre vor dem Schloss werden wir so schnell nicht wieder erleben.“



Spitzensport wurde auf dem Viereck vor dem Wiesbadener Schloss noch in einer weiteren Disziplin geboten. Im CVI** traf sich die internationale Elite der Voltigierer: Der Franzose Nicolas Andreani turnt sich bei Championaten stets zu vorderen Positionen: Bei der Weltmeisterschaft 2008 in Brno (CZE) stand er auf Platz fünf, 2007 wurde ihm bei der Europameisterschaft in Kaposvar (HUN) die Silbermedaille um den Hals gelegt. Beim Internationalen Pfingstturnier in Wiesbaden zeigte Nicolas Andreani mustergültige Akrobatik auf seinem Pferd Idefix de Braize mit Longenführerin Marina Dupon Jooston. Die Richter honorierten die Darbietung mit dem Endresultat 9,393 und Platz eins.

Welt- und Europameister Kai Vorberg sortierte sich mit Record RS von der Wintermühle und Kirsten Graf an der Longe auf Platz zwei ein (9,217) vor Gero Meyer-Nutteln mit Grand Gaudino und Dr. Silke Bartel (8,920).

Die Wertung der Damen beendete die Britin Joanne Eccles auf W.H. Bentley mit Longenführer John Eccles mit dem ersten Rang (8,923) vor den beiden deutschen Starterinnen Sarah Kay mit What’s That (8,520) und Regina Burgmayr mit Cappucino (8,127). Das Team Bleyer der JRG Köln lieferte auf Flashlight eine Glanzleistung ab und siegte überlegen mit der Gesamtnote 8,808.

Dr. Hanns Dietrich Rahn und Kristina Dyckerhoff vom Wiesbadener Reit- und Fahr-Club e. V. (WRFC) waren nach vier Tagen Turnier begeistert: „Wir hatten mit 66.500 Zuschauer eine enorme Resonanz, unsere Hoffnungen wurden bei weitem übertroffen und schöner als in Wiesbaden kann Pfingsten einfach nicht sein!“



Ergebnisdienst:

Großer Preis von Wiesbaden, Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden, Internationale Springprüfung mit 2 Umläufen (1.55 m), Wertungsprüfung zur Riders Tour 2009:

1. Marcus Ehning (Borken) mit Vulkano FRH, 0 Strafpunkte/ 46,06 Sekunden
2. Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) mit Checkmate, 0/ 47,57
3. Julia Kayser (Österreich) mit Pherna, 0/ 52,15
4. Gilbert Böckmann (Lastrup) mit No father's girl, 0/ 52,92
5. Markus Renzel (Oer-Erkenschwick) mit Conally, 1/ 57,96
6. Stefan Eder (Österreich) mit Chilli van Dijk, 4/ 48,47
7. Judy-Ann Melchior (Belgien) mit Levisto Z , 4/ 50,52
8. Leopold van Asten (Niederlande) mit VDL Groep Santana B, 4/ 56,49
9. Daniel Deußer (Valkenswaard/NED) mit Air Jordan, 8/ 48,38
10. Daisuke Fukushima (Japan) mit Welldone, 12/ 47,68



Bioranch Yongsters Cup – Finale, Internationale Springprüfung mit Stechen (1.40 m):

1. Georgina Bloomberg (USA) mit Radio City, 0 Strafpunkte/ 39,55 Sekunden im Stechen
2. Marcus Ehning (Borken) mit Jewel's Carat, 0/ 39,60
3. Marc Houtzager (Niederlande) mit Voulez-Vous , 0/ 40,30
4. Henrik von Eckermann (Schweden) mit Woytyla, 0/ 43,63
5. Julia Kayser (Österreich) mit Valdato, 0/ 44,95
6. Ludger Beerbaum (Riesenbeck) mit Carmelita, 0/ 45,00

Preis der Taunus Auto, Wiesbaden-Speed, Internationale Springprüfung (1.45 m):

1. Daniel Deußer (Valkenswaard) mit Vonka A, 0 Strafpunkte/ 61,95 Sekunden
2. Kamal Bahamdan (Saudi Arabien) mit Pinochetta, 0/ 64,20
3. Mylene Diederichsmeier (Steinhagen) mit Anuberta, 0/ 65,36
4. Daisuke Fukushima (Japan) mit Vainqueur, 0/ 66,06
5. Oliver Lemmer (Lohmar) mit Ceaser, 0/ 66,55
6. Judy-Ann Melchior (Belgien) mit Crown Z, 0/ 67,48



Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden. Internationale Dressurprüfung - Grand Prix Special, Teilwertung zur TESCHInkasso Sonderwertung, Qualifikation zur Meggle Champions-Dressurserie:

1. Isabell Werth (Rheinberg) mit Warum nicht FRH, 76.708 Prozent
2. Matthias Alexander Rath (Kronberg) mit Sterntaler-Unicef, 74.417
3. Monica Theodorescu (Sassenberg) mit Whisper, 74.042
4. Jordi Domingo (Spanien) mit 73.458
5. Carola Koppelmann (Warendorf) mit Le Bo, 71.25
6. Ellen Schulten-Baumer (Rheinberg) mit Donatha S, 70.417

Preis des Restaurants LUMEN und LUMEN Event- und Catering-Service, Internationale Dressurprüfung - Intermediaire I:

1. Isabell Werth (Rheinberg) mit Whisper, 71.368 Prozent
2. Falk Rosenbauer (Lütjensee) mit Desperados, 70.421
3. Karin Rehbein (Grönwohld) mit Don Pepino, 69.316
4. Maria von Essen (Schweden) mit Ferdi, 66.316
5. Michael Klimke (Münster) mit Flashman, 65.316
6. Hayley Beresford (Australien) mit Coolio, 65,053



Preis des Gestüts Tannenhof und ClipMyHorse.de, Internationale Dressurprüfung - Grand Prix Kür:

1. Emma Hindle (Grossbritannien) mit Lancet, 73.95 Prozent
2. Nathalie Sayn-Wittgenstein (Dänemark) mit Rigoletto, 72.35
3. Maria von Essen (Schweden) mit Vivo, 70.80
4. Hayley Beresford (Australien) mit Relampago do Retiro, 70.75
5. Marcela Krinke-Susmelj (Schweiz) mit Corinth, 70.45
6. Anna-Katharina Lüttgen (Kerpen) mit Lamborghini, 70.25



Preis der Nassauischen Sparkasse, Voltigieren, Mannschaft:

1. Team Bleyer der JRG Köln (GER) mit Flashlight, Longenführerin Alexandra Knauf, Wertnote 8,808

2. Team France (FRA) mit Just a Kiss *HN, Marina Dupon Jooston, 8,193

3. VV Ingelsberg (GER) mit Adlon, Alexander Hartl, 4,711

4. RFV Kriftel 1 (GER) mit Eikano,4,063



Preis der Nassauischen Sparkasse, Voltigieren, Damen:

1. Joane Eccles (GBR) mit W.H. Bentley, Longenführer John Eccles, Wertnote 8,923

2. Sarah Kay (GER) mit What`s That, Andrea Kay 8,520

3. Regina Burgmayr (GER) mit Cappucino, Alexander Hartl 8,127

4 Sarah D'Auriol (FRA) mit Harry Potter RS, Alexandra Knauf 7,930

5. Anja Barwig (GER) mit Cappucino, Alexander Hartl 7,840

6. Claire de Ridder (NED) mit Princ, Cynthia Danvers 7,730



Preis der Nassauischen Sparkasse, Voltigieren, Herren:

1. Nicolas Andreani (FRA) mit Idefix de Braize, Longenführerin Marina Dupon Jooston, Wertnote 9,393

2. Kai Vorberg (GER) mit Record RS, Kirsten Graf 9,217

3. Gero Meyer-Nutteln (GER) mit Grand Gaudino, Dr. Silke Bartel 8,920

4. Daniel Kaiser (GER) mit Merkur, Gerhard Kluger 8,913

5. Rémy Hombecq (FRA) mit Romario d'Oo Maud, Bousignac Dumont 8,533

6. Lukas Klouda (CZE) mit Merkur, Gerhard Kluger 8,450

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