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24. Mai 2010

Dressur-Nachwuchs steht in den Startlöchern – Lütkemeier stellt Rekord auf

Auch in der zweiten Wertungsprüfung der Sichtung zur Europameisterschaft der Nachwuchsreiter konnte Charlott-Maria Schürmann (Gehrde) bei den Junioren klar dominieren. Mit ihrem Routinier World of Dreams, mit dem sie im vergangenen Jahr auch die Silbermedaille bei den Europameisterschaften holte, ist mit seinen 17 Jahren das älteste Pferd in der Konkurrenz und hat eine immer die Einstellung: „Hey, jetzt geht's los'", lobte Bundestrainer Meyer zu Strohen. Der Hannoveraner Dunkelfuchshengst wurde seiner Reiterin vom Zuchthof Klatte in Klein Roscharden zur Verfügung gestellt. „Eine tolle Konstellation“, so der Bundestrainer. „Da haben sich zwei richtige Kämpfer gefunden.“ Auch mit dem siebenjährigen Hannoveraner Burlington, der im Besitz der Familie steht, hat Schürmann einen weiteren Partner für den internationalen Juniorensport im Stall. Mit dem ehemaligen Hannoveraner Hengstchampion wurde die Schülerin von Oliver Oelrich in Wiesbaden Dritte in der finalen Kür auf M-Niveau. Dazwischen schob sich nur die Aachenerin Jill de Ridder, die ihren sensiblen Charmeur mit viel Gefühl zu den Klängen von Culcha Candela durch das Viereck dirigierte. Vater Antoine de Ridder fand ob der Leistung seiner Tochter auch nur lobende Worte: „Wir haben in Warendorf beim Preis der Besten zum ersten Mal die Kür geritten und sind es vorsichtig angegangen. Hier haben wir die Musik mal lauter gemacht, dazu das nicht ganz einfache Viereck – ich war sehr angenehm überrascht, wie die Beiden das gemanagt haben. Jill ist aber auch sehr feinfühlig. geritten, denn Charmeur ist mit seinen acht Jahren noch eher unerfahren. Ein großer Dank geht auch an den Veranstalter, dass unser Nachwuchs hier reiten durfte. Das ist als Sichtungsweg perfekt, denn selten habe ich bei einer M-Dressur so viele Zuschauer gesehen. Wenn ein Pferd in Wiesbaden rum geht, dann geht es überall rum.“

Kür-Europameisterin Fabienne Lütkemeier stellt neuen Rekord auf

Bei den Jungen Reitern dominierte Fabienne Lütkemeier (Paderborn), die Tochter der ehemaligen Mannschafts-Weltmeisterin Gina Capellmann-Lütkemeier, deutlich. In der 1. Wertung, der S-Dressur und Preis der Firma Neptunus, schaffte sie schon einen Abstand von fünf Prozent zur Konkurrenz. Dabei durften sich auch die zweitplatzierte Louisa Lüttgen (Bonn) und die drittplatzierte Stella Charlott Roth vom gastgebenden Verein mit 71,57 Prozent und 71,36 Prozent über sehr gute Richterbewertungen in der S-Dressur freuen. Doch obwohl sie aufholen wollten, wurde der Abstand zu Fabienne Lütkemeier in der 2. Wertung noch größer. Die Abiturientin ließ ihren Fuchswallach D’Agostino zu einem musikalischen Mix aus Titeln von Seal, Falco und Safri Duo so gefühlvoll durchs Viereck tanzen, dass die Richter auf das Rekordergebnis von 81,35 Prozent kamen. „Beim Preis der Besten hatte ich schon 78 Prozent, da habe ich aus Scherz zu meiner Mutter gesagt, das wäre doch mal was, wenn wir in Wiesbaden die 80 Prozent Marke knacken“, so die Kür-Europameisterin strahlend. Gar nicht mal unendlich weit davon entfernt war Sanneke Rothenberger, die mit ihren Pferden Deveraux OLD und Paso Doble die Plätze zwei und drei belegte. „Deveraux und ich sind in der der ersten Saison auf S-Niveau zusammen unterwegs. Er ist mit neun Jahren ja noch sehr jung, dafür aber sehr selbstbewusst. Er ist sich bewusst, dass er ein schönes Pferd ist, man könnte fast sagen, er ist eitel. Paso ist dagegen immer bemüht, keine Fehler zu machen und will alles recht machen. Von ihm habe ich viel gelernt, weil er mit seinen 15 Jahren ein wirklicher Routinier ist“, so die Tochter von Weltcup-Sieger Sven Rothenberger, der ehemalig selbst im Schlosspark an den Start ging und nun die Tochter betreut.

Stella Charlott Roth vom WRFC konnte in der Kür ihren guten dritten Platz aus der ersten Wertung nicht verteidigen, weil ihre Stute Diva Royal beinahe panische Angst vor ihrem eigenen Schatten entwickelte und so am Ende nur 65 Prozent und Platz elf für das schöne Paar zu Buche standen.

Nach Wiesbaden muss sich der Nachwuchs noch einmal beim Internationalen Jugendreiter-Festival in Hagen a.T.W auf dem Hof Kasselmann den Richtern stellen, bevor die Mannschaften für die Europameisterschaft vom 21. – 24. Juli in Kronberg bekannt gegeben werden.


Dressur-Kür der Klasse M** Junioren – 2. Wertung Sichtung Europameisterschaft:

1. Charlott-Maria Schürmann (RFV Gehrde) mit World of Dreams 77.35 %;
2. Jill de Ridder (RFV Hof Roßheide) mit Charmeur 75.75 %;
3. Charlott-Maria Schürmann (RFV Gehrde) mit Burlington 73.75 %;
4. Sophie Holkenbrink (ZRFV Albachten) mit Show Star 72.45 %;
5. Florine Kienbaum (Ländl. ZRV Bergische Höhen) mit Good-Morning M 72.35 %;
6. Christina Ellendt (RG Hof Barkholz) mit Wakahiro 70.05 %;

Dressur-Kür der Klasse S Junge Reiter – 2. Wertung Sichtung Europameisterschaft:

1. Fabienne Lütkemeier (Paderborn) auf D’Agostino, 81,35 Prozent;
2. Sanneke Rothenberger (Bad Homburg) auf Deveraux OLD, 76,45;
3. Sanneke Rothenberger (Bad Homburg) auf Paso Doble, 75,55;
4. Louisa Lüttgen (Kerpen) auf Habitus, 74,55;
5. Ann-Kristin Dornbracht (Iserlohn) auf Gryffindor, 72,85;
6. Victoria Michalke (Isen) auf Queeny, 71,60;


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