20220605 Jump and Drive 0001 002 00000002

05.06.2022

Julius jettet zum Sieg im Schlosspark

Das erste Vier-Sterne-Springen am Sonntag, den Preis der Firma Pütz-Folien, hat der Italiener Emanuele Gaudiano gewonnen. In dem 1,40-Meter-Springen saß Gaudiano auf dem achtjährigen Julius, den er seit neuen Monaten im Stall hat. Fehlerfrei in 56,28 Sekunden – so hängte das Paar die Konkurrenz ab. „Julius gewinnt eigentlich immer ein Springen, wenn ich ihn dabei habe. Diese großen Plätze wie hier in Wiesbaden sind perfekt für ihn. Er hat eine so große Galoppade, dass ich in den Distanzen immer einen Sprung weniger machen kann als die anderen.“ In Wiesbaden feiert der KWPN-Wallach am Pfingstmontag eine Premiere: Er wird zum ersten Mal in einem 1,50-Meter-Springen an den Start gehen. Gaudiano ist einer der Reiter mit der kürzesten Anreise zum PfingstTurnier. Etwa eineinhalb Stunden braucht er von Vettelschoss, in der Nähe von Bonn, wo er einen Ausbildungsstall betreibt. „Ich war schon sehr oft in Wiesbaden, früher war meinen Anreise sogar noch näher, als ich in Büttelborn lebte. Wiesbaden ist ein sehr schönes Turnier mit supertollem Publikum.“

Ein springsportlicher Überblick

Nach dreieinhalb Turniertagen ist Michael Krieger, der sich in Wiesbaden für die Springprüfungen verantwortlich zeichnet, in bester Laune: „Wir haben ein sehr buntes Starterfeld, wir sehen keine schlechten Bilder und es wird unheimlich schnell und gut geritten. Vor 40 Jahren sah dieser Sport noch anders aus, da wurde mit mehr im Aufwand im Parcours geritten. Jetzt haben wir viele Topreiter, die sehr fein und effizient reiten. Die Iren sind beispielsweise unheimlich schnell unterwegs, nicht zuletzt durch Michael Duffy und die beiden jungen Wachman-Brüder. Und dann Richard Vogel, der gestern und vorgestern zwei Siege in Cannes gefeiert hat und mit ordentlichem Rückenwind nach Wiesbaden gekommen ist. Oder Ludger Beerbaum, der heute mit Mila eine ganz entspannte Runde gedreht, um sie auf den Großen Preis morgen vorzubereiten. Das alles macht Spaß, der Sport ist einfach klasse.“

Ehrungen, Ehrungen, Ehrungen

Vor dem Jump and Drive wurde Peter Reichel aus Hünfelden das Goldene Reitabzeichen auf dem Hauptplatz des LONGINES PfingstTurniers Wiesbaden überreicht. Der Gold-Geehrte erklärte: „Das Goldene Reitabzeichen war nie mein Bestreben, aber viel schöner, als es jetzt in Wiesbaden zu bekommen, kann es nicht sein. Ich bin ja auch schon seit vielen Jahren Mitglied im Wiesbadener Reit- und Fahr-Club. Das passt also genau.“ Vier verschiedene Pferde haben Reichel bei seinen fünf Siegen in S-Springen begleitet: Korrekturpferd Leroy, Sporthengst Laviano, die selbstgezogene Farina und die ebenfalls selbstgezogene Halbschwester zu Farina, Farah Lea.

Nach dem Jump and Drive wurden drei besondere Persönlichkeiten auf dem großen Hauptplatz geehrt: Kristina Dyckerhoff zum 30-jährigen Amtsjubiläum als Präsidentin des Wiesbadener Reit- und Fahr-Clubs, WRFC-Vize-Präsident Dr. Hanns-Dietrich Rahn zu 25 Jahren als Leiter des Ärzteteams beim PfingstTurnier und Frank Rothenberger, der seit 30 Jahren entweder als sportlicher Leiter oder Parcours-Chef zum Orga-Team des PfingstTurniers gehört.

Kristina Dyckerhoff: „Die Zeit ist unheimlich schnell vergangen. Wie bei allem gab es Höhen und Tiefen, aber das Positive hat in all der Zeit bei weitem überwogen. In besonderer Erinnerung ist mir das 75. Jubiläum unseres PfingstTurniers im Jahr 2011 geblieben, als wir die große Steele auf dem Bowling Green vor dem Wiesbadener Kurhaus mitten in der Stadt eingeweiht haben – das war sehr feierlich. Und das 80. Jubiläum des Wiesbadener PfingstTurniers, das wir 2016 gefeiert haben, war auch ein ganz besonderes Erlebnis, nicht zuletzt, weil es mein Vater war, der das PfingstTurnier in den Schlosspark geholt hatte. Beim 80. Jubiläum zur Siegerehrung des Dyckerhoff-Preises mit meiner fast 100-jährigen Mutter und meinen Enkelkindern in der Kutsche auf den Platz fahren zu können – das war ein sehr spezieller Moment für mich.“

Dr Hanns-Dietrich Rahn: „Es ist immer anstrengend und es herrscht immer eine gewisse Anspannung, weil wir alle immer zu 100 Prozent aufmerksam vor Ort sind. Wir sind wahrscheinlich das einzige Team, das sich freut, wenn es nichts zu tun hat. Aber ich empfinde diese Aufgabe immer noch als große Ehre und es ist immer schön – auch weil wir eine ganz tolle Truppe sind, die immer zusammenhält.“

Frank Rothenberger: „Das Schöne am PfingstTurnier ist auch, dass man nie auf Terminsuche ist (lacht). Andere Turniere überlegen immer wieder neu: Was machen wir denn? Lieber dann oder dann? Pfingsten steht fest! Und dann natürlich dieser Park mit diesem Platz. Jeder Platz hat seine eigene Handschrift und der hier in Wiesbaden hat eine ganz besondere.“

Rothenbergers Lieblings-PfingstTurnier-Geschichte: „Das ist schon ein paar Jahre her. Damals habe ich David Broome (fünfmaliger Olympiareiter von Großbritannien) gefragt, ob er das Ride & Drive mitmachen möchte. Der hat lächelnd abgewunken, weil er meinte, er sei zu alt, um von seinem Pferd zur Kutsche zu laufen. Also habe ich den Autosponsor gefragt, wir haben ein Auto in den Parcours gefahren und ihn von seinem Pferd zur Kutsche im Auto chauffiert. Das war eine sehr coole und lustige Aktion.“

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