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09.06.2022

Will siegt mit „einer richtigen Kämpferin“

„Ich habe es immer wieder probiert, aber es hat nie gereicht.“ Aber heute! David Will aus Dagobertshausen hat den LONGINES Grand Prix, den Großen Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden, gewonnen. Seine Partnerin: die zehnjährige Concordia, mit der Will in diesem Jahr schon in Mannheim und Hagen gesiegt hat und die eine Tochter seines ehemaligen Erfolgspferdes Colorit ist. „Sie ist ein ganz besonderes Pferd bei uns im Stall, weil sie so gut wie immer, wenn sie startet, auch vorne platziert ist. Sehr zuverlässig und dabei trotzdem eine richtige Kämpferin – das hat man auch im Stechen heute gesehen.“ Sie habe alles möglich gemacht! „Ich habe schon versucht, Risiko einzugehen. Ich war erster Starter im Stechen. Da hilft es nichts zu taktieren. Da muss man vorlegen und die anderen unter Druck setzen.“ Das hat heute geklappt. „Wir haben alles gegeben!“ Sehr entspannt und zufrieden genoss Siegerin Concordia die Siegerehrung auf dem Schlossplatz, genüsslich zupfte sie sich Grasbüschel um Grasbüschel, kaute zufrieden und legte bei der Ehrenrunde noch ein paar freudige Buckler ein.

Nur vier der 36 Paare hatten den Sprung ins Stechen geschafft, sehr anspruchsvoll war der Parcours von Parcourschef Peter Schumacher: 13 Hindernisse mit 16 Sprüngen zwischen 1,50 und 1,60 Metern auf dem großen Traditionsplatz in Wiesbaden.

Platz zwei ging an den Jüngsten im Starterfeld, an den 18-jährigen Max Wachman aus Irland. Wachman gehört zur Familie Magnier, die Wills EM-Pferd C Vier gekauft haben. C Vier war mit Wachman-Trainer Cian O’Connor ebenfalls am Start, konnte sich aber mit einem Abwurf im Umlauf nicht fürs Stechen qualifizieren. Die Pferdeszene ist klein und traf sich an diesem Wochenende in Wiesbaden. Wachman selbst saß im Sattel des elfjährigen Berlux Z. Berlux hat schon olympische Erfahrungen, er gehörte im vergangenen Jahr mit Simon Delestre zur französischen Equipe bei den Olympischen Spielen in Tokio. „Ich bin absolut zufrieden mit Platz zwei“, freute sich der Youngster. „David ist ein sehr schneller Reiter, direkt hinter ihm zu stehen, ist eine Ehre.“ Er habe einen Plan von seinem Trainer Cian bekommen und sich strikt an diesen Plan gehalten: sicher, zügig, aber nicht auf Sieg.

Der Belgier Gilles Dunon strahlte und strahlte. „Ich bin so happy mit Platz drei. Mein Pferd Fou de Toi vd Keihoeve ist schon ein Großvater, er ist 17, aber er ist wie ein Rotwein und wird immer besser. Ich genieße jede Runde mit ihm.“ Für Dunon war es der erste Start beim PfingstTurnier. „Ich habe dieses Turnier vom ersten Moment an genossen, diese Atmosphäre und so viele Leute hier – das kennen wir in Belgien nicht.“

Michael Krieger, den Verantwortlichen für den Ablauf Springen, der schon viele Jahre in das PfingstTurnier involviert ist, war ungewohnt emotional zumute. „Das war hochemotional heute. Ich habe mich unheimlich für Gilles gefreut, toll, super. Ich habe mich auch für Max gefreut, diesen jungen Kerl – er hat es gerockt! Und David war vor zehn Jahren zum ersten Mal mit Don Cesar hier und jetzt hat er hier einen so schönen Höhepunkt gefunden.“ Kurze Pause, dann hängte Krieger noch an: „Das macht Wiesbaden aus: Wir sind bunt, wir sind vielfältig und – das muss ich jetzt einfach mal sagen – eben auch mal emotional.“

Gert-Uwe Mende, der Oberbürgermeister der Stadt Wiesbaden

„Für mich war das PfingstTurnier ja eine Premiere und das war erst mal eins der wichtigsten Dinge, dass wir endlich wieder dieses großartige Turnier hier in Wiesbaden haben konnten. Ich fand es super spannend. Die Atmosphäre ist wirklich bezaubernd, sowohl vorher bei der Dressur direkt vor dem Schloss, als auch beim Springreiten. Ich finde, das ist wirklich ein herausragendes Aushängeschild für Wiesbaden. Ohne die 700 ehrenamtlichen Helfer ginge das nicht. Das Turnier ist immer ein Schmuckstück für die ganze Stadt, das ist nur mit der Hilfe dieser vielen Menschen möglich. Das Rückgrat ist das Ehrenamt, Frau Dyckerhoff und ihr ganzes Team.“

57.000 Zuschauer haben das LONGINES PfingstTurnier Wiesbaden besucht. Eine Zahl, die die Veranstalter so nicht zu hoffen gewagt hätten. „Und wir freuen uns jetzt schon wieder aufs nächste Jahr!“, betonte mit voller Überzeugung Kristina Dyckerhoff, die Präsidentin des Wiesbadener Reit- und Fahr-Clubs.

Italienischer Punktesammler

Fünf Reiter schafften die volle Punktzahl beim Preis der Familie Dyckerhoff, einer internationalen 1,50-Meter-Punktespringprüfung mit zwei Jokern, aber der in Deutschland lebende Italiener Emanuele Gaudiano war beim Punkte sammeln viel schneller als seine Kollegen. Im Sattel des achtjährigen Julius brauchte er 57,66 Sekunden, um die Höchstpunktzahl von 65 Punkten zu erreichen. Der Zweitplatzierte Tim Rieskamp-Goedeking war mit Zinano ganze siebeneinhalb Sekunden langsamer. Die Australierin Gabrielle Chugg wurde mit Levilensky Dritte. 32 Starter waren in diesem Jokerspringen am Start, das zugleich auch mit Punkten für die Weltrangliste lockte.

Für Gaudiano und seinen niederländischen Julius war dieser Sieg der zweite in diesem Jahr im Schlosspark. Am Sonntag hatte das Paar bereits den Preis der Firma Pütz-Folien, ein internationales 1,40-Meter-Springen, gewonnen.

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